Archiv des Museums

 

Märchen in der populären Alltagskultur

Ende Juni fand zum ersten Mal eine Fachtagung der Europäischer Märchengesellschaft im Märchenmuseum statt. In sieben Vorträge wurden Märchen und Märchenmotive in der populären Alltagskultur aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten. Vortragende waren die Präsidentin der Märchengesellschaft Sabine Lutkat, die Medienwissenschaftlerin Veronika Uhlich, der Kulturwissenschaftler Dr. Welf-Gerrit Otto, der Theologe und Erwachsenenbildner Dr. Heinrich Dickerhoff, die Fachwissenschaftliche Leiterin des Deutschen Pferdemuseums Verden Christine Rüppell und der Illustrator Markus Lefrancois. Die Museumsleiterin Dr. Hanna Dose führte durch Museum und Bibliothek und verwies dabei auf Ausstellungsstücke, die das Tagungsthema berühren. Obwohl das Klischee "Märchen sind nur etwas für Kinder" weit verbreitet ist, wurde in allen Beiträge deutlich, dass Märchen und mythologische Erzählungen auf vielfältige Weise in unserem Alltagsleben nicht nur präsent sind, sondern ganz offensichtlich ein Bedürfnis nach solchen Stoffen besteht. Andernfalls würden Blockbuster wie "Game of Thrones" oder "Harry Potter" niemals solchen Erfolg haben. Möglich macht das die universelle Gültigkeit und Bekanntheit der Märchensymbole sowie das Glücksversprechen, das Märchen immer beinhalten. Das Abendprogramm der Tagung gestalteten Mitglieder des Erzählkreises am Museum. Die zum Teil von weither angereisten Teilnehmenden waren sehr angetan von der Tagung. Die Organisatoren waren sich einig, dass weitere Tagungen in Bad Oeynhausen folgen sollen.
 

Um eine internationale Briefmarkensammlung reicher

Bernd Löckener aus Münster, der dem Museum bereits seine rund 3.000 Objekte umfassende Sammlung mit Postkarten und Sammelbildern, sowie zahlreiche andere interessante Märchenobjekte geschenkt hatte, übergab der Museumsleiterin im April 2019 in Münster seine umfangreiche Sammlung mit Briefmarken aus aller Welt und Sonderstempeln zu Märchen und Sagen.

Die sechs Alben umfassende Sammlung birgt bekanntes und unbekanntes, regionales wie exotisches. Faszinierend ist, wie auf kleinstem Platz die ganze Welt der Märchen in zum Teil hoch künstlerischer Form ins Bild gesetzt wurde. Auch dokumentiert diese Sammlung die Internationalität wie die Beliebtheit besonders der Märchen der Brüder Grimm wie der von Hans Christian Andersen. Diese Schenkung bedeutet eine wunderbare Ergänzung der vorhandenen Bestände.
 

Das Museum ist um rund 3000 Märchenpostkarten reicher

Am 22. Juni 2017 holte die Museumsleiterin Dr. Hanna Dose zusammen mit Förderkreismitglied Renate Landwehr einen neuen Schatz für die Sammlungen des Märchenmuseums aus Münster ab. Der Sammler Bernd Löckener hatte dem Museum seine in 40 Jahren zusammengetragene Sammlung an Postkarten mit Märchenmotiven überlassen.

Es gibt durchaus Überschneidungen mit der bereits ähnlich umfangreichen Sammlung des Museums, doch in wesentlichen Bereichen ergänzen sich die beiden Sammlungen in hervorragender Weise. Während das Museum bewusst aktuelle Karten berücksichtigt, liegen die Stärken der Sammlung Löckener darin, neben seltenen alten Postkarten auch Sammelbilder und Ersttagsbriefe zu Märchen aus unterschiedlichen Ländern zu enthalten.

Erste Karten aus der übernommenen Sammlung Löckener wurden bereits an ein anderes Museum für eine Sonderausstellung ausgeliehen. Dem leidenschaftlichen Sammler ist es wichtig, dass seine Sammlung auch gesehen werden kann. Das Märchenmuseum plant eine Ausstellung zu Märchen und Sagen auf Postkarten und Briefmarken.
 

Märchendioramen von Anneliese Müller verschönern das Museum

Im Frühjahr 2017 war es endlich soweit: die im Vorjahr vom Förderkreis für das Museum erworbenen Märchendioramen konnten der Öffentlichkeit vorgestellt werden, nachdem die Tischlerei Prieß die unterschiedlich großen Kästen wunderbar in eine Kastenwand eingebaut hatte.

Nun erfreuen die einzeln beleuchteten Märchenszenerien kleine und große Gäste. Zu sehen sind Märchen von Hans Christian Andersen, Wilhelm Hauff und den Brüdern Grimm. Wer will, kann erst einmal raten, welches Märchen er gerade betrachtet. Andernfalls kann auch ein Zettel zu Hilfe genommen werden, auf dem die Märchen verzeichnet sind.

Schöpferin dieser wunderschönen Miniaturwelten ist Dr. Anneliese Müller aus Löbau. Sie zeigte ihre Märchenkästen auf zahlreichen Ausstellungen. Inzwischen sind Dioramen von ihr dauerhaft zu sehen in Ebergötzen, Steinau, Goslar und im Nationaal Tinnen Figuren Museum Ommen/Niederlande - und nun auch im Märchenmuseum Bad Oeynhausen.
 

Märchenwelten
von Brigitte Lange-Helms

Das Märchenmuseum durfte sich 2016 wieder über eine große Schenkung freuen: Der Grafiker Herbert Lange überreichte dem Märchenmuseum 145 Werke mit märchen- und sagenhaften Motiven aus dem Nachlass seiner 2014 verstorbenen Frau, der Künstlerin Brigitte Lange-Helms.

Dazu gehören Monotypien und Radierungen ebenso wie Linolschnitte und Federzeichnungen aus der Zeit von 1960 bis 2005. Die Schenkung spiegelt die große Bandbreite des künstlerischen Schaffens der Künstlerin wider. Von Oktober 2017 bis Januar 2018 stellte das Museum 85 Bilder davon in der Ausstellung "Märchenwelten - Bilder von Brigitte Lange-Helms" vor. Zu sehen waren Szenen aus orientalischen Märchen und der indischen Mythologie ebenso wie Baumwesen, Wassergeister, Hexen, Dämonen und andere Wesen der Anderswelt.

Brigitte Lange-Helms, 1940 in Münster geboren, studierte nach einer kaufmännischen Lehre an der Fachhochschule Münster visuelle Kommunikation und Design. Bis zu ihrem Tode lebte und arbeitete sie in Telgte bei Münster als freischaffende Künstlerin. Studienreisen führten sie bis nach Indien. Ihre Themen fand sie in Religion, Umwelt und den mystischen Welten. Sie war dem Märchenmuseum Bad Oeynhausen über viele Jahre freundschaftlich verbunden, wo sie bereits 2002 Sagen- und Märchenblätter in einer Ausstellung zeigen konnte.
 

Bilder zu den Fabeln von Äsop

Die Künstlerin Brigitte Kranich (*1933) schenkte dem Museum 2015 einen vollständigen Satz ihrer in den Jahren 1981 bis 2000 entstandenen 60 Bildern zu Fabeln von Äsop, der als Begründer der Fabeldichtung gilt.

Er verfasste hauptsächlich Tierfabeln, die durch ihren klaren Aufbau und eine anschauliche Erzählweise charakterisiert sind. Brigitte Kranich wählte die Fabeln von Äsop aus, weil sie ihre Klarheit liebt und sie ihrer Bildauffassung entgegen kommen. Sie illustriert nicht im herkömmlichen Sinne, sondern setzt den Kern einer Geschichte in ein Bild um.

Die Spezialität der Künstlerin ist der Linoldruck mit Ölfarben. Die Technik entdeckte sie für sich, angeregt durch eine Ausstellung mit entsprechenden Drucken von Picasso 1957. Ihre Öldrucke weisen eine ganz eigene Oberflächenstruktur und Farbigkeit auf. Durch die Ölfarbe erhalten die Bilder eine sonst kaum zu erreichende Farbintensität und Leuchtkraft.

Brigitte Kranich, in Bublitz, Pommern, geboren, ist Autodidaktin. Sie lebte nach dem Krieg zunächst in München bevor sie in den 1950er Jahren mit ihrem Mann in die Heide zog. Auf vielen Reisen entdeckte sie die europäische Kunst und beschäftigte sich intensiv mit der Malerei. Seit den 1960er Jahren entwickelte sie für sich den farbigen Linoldruck mit Ölfarbe auf Japanpapier. Ihre Kunst zeigte sie in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland. Sie arbeitet als freischaffende Künstlerin in Toppenstedt, Kreis Harburg.